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Die Gründerjahre

Fußballspielen unter Strafe gestellt

Der Schütze des ersten Tores in der Geschichte der deutschen Fußball-Nationalmannschaft, der Frankfurter Oberprimaner Fritz Becker, wurde wenige Tage vor dem Länderspiel von seinem gestrengen Rektor wegen „Fußlümmelei“ mit 3 Tagen Karzer geahndet. Als solche verteufelten nämlich die zu dieser Zeit in Angelegenheiten der Leibesertüchtigung des deutschen Volkes das Regiment führenden biederen Turnmeister das aus England importierte „rohe“ Spiel, bei dem ein Ball (schockierend unwürdig!) mit dem Fuß traktiert wurde. Angesichts derartiger gehässiger Anfeindungen gehörte in dieser Zeit schon eine gehörige Portion Schneid dazu, einen Verein ins Leben zu rufen, der sich der organisierten öffentlichen Ausübung einer nach zeitgenössischer Ansicht „widernatürlichen Leibesertüchtigung“ verschrieb.

Gründung eines Fußball-Clubs in Immenstadt

Von dieser „Englischen Krankheit“ waren offensichtlich auch im „Städtle“ 10 junge Burschen infiziert, als sie am 18. Mai 1907 den Wagemut aufbrachten, einen Fußball-Club zu gründen. An die Spitze des jungen Vereins wurde der 18-jährige Alfred Frey berufen, der bis 1911 als Erster Vorsitzender amtierte, daran anschließend noch unzählige Jahre mit großer Erfahrung und väterlichem Sinn den oft krisengeschüttelten Club zusammen zu halten half, ehe er 1967 im Jahr des 60-jährigen Gründungsfestes – hochverehrt – im Alter von 78 Jahren verstarb.

Aller Anfang ist (sehr) schwer…

Ohne jegliche Unterstützung war es für diese „Verrückten“ ein mühseliges Unterfangen, überhaupt ein geeignetes Spielfeld für ihr Treiben zu finden. Abwechslungsweise kickte man auf dem Viehmarktfeld und hinter dem Lagerhaus der „Fabrik“. Die anfänglich noch sehr spärlichen Wettspiele gegen auswärtige Mannschaften wurden auf einer Wiese an der Sonthofener Straße und in der Rauhenzeller Viehweide ausgetragen, ehe im Jahre 1920 der dann noch lange bestehende Sportplatz am Hochrainebach als ordentliches Spielfeld angelegt wurde.

Tornetze waren in den Anfangsjahren noch ebenso unbekannt wie eine einheitliche Spielkleidung. Der Ball selbst wurde wie ein Augapfel gehütet, denn in den ersten Jahren stand nur ein einziges (!) Exemplar zur Verfügung.